Fallbeispiel
- Kunde
- Internationaler Schifffahrts- und Logistikkonzern
- Branche
- Schifffahrt und Logistik
- Technologien
- Microsoft Azure
- Docker
- MySQL
- Apache
- Beanstalkd
- Angebundene Schiffe
- 100+
- Fachnutzer im System
- 30
- Monate Projektlaufzeit
- 10
Inhalt
Ausgangslage
Das EDCenter (Engine Diagnostic Center) lief im Single-Server-Betrieb: eine Installation, alle Kunden als Mandanten darauf, Betrieb und Daten bei ATESO. Der Konzern wollte die Anwendung in der eigenen Corporate Cloud betreiben — im eigenen Azure-Tenant, mit eigenen Zertifikaten und angebunden an die konzernweite Anmeldung.
Lösung
Grundlage ist die containerisierte Fassung des EDCenter. Sie ist kein Sonderbau für diesen Kunden, sondern die Betriebsform des Produkts: dasselbe Image lässt sich in der Public Cloud eines Kunden, in dessen Rechenzentrum oder weiterhin bei ATESO betreiben. Zwischen Januar und November 2024 hat ATESO diese Fassung im Azure-Tenant des Konzerns bereitgestellt, die Daten aus dem gemeinsamen System herausgelöst und den Rollout auf die Flotte begleitet.
| Arbeitspaket | Inhalt |
|---|---|
| Container und Systemdienste | Webserver, Datenbank (MySQL), Beanstalkd als Queue-Manager, Mailversand, Laravel-Konfiguration für den eigenständigen Betrieb, Cronjobs, Backups auf derselben Maschine als tägliche, wöchentliche und monatliche Dumps |
| Datenmigration | Herauslösen der Daten aus dem produktiven Mehrmandanten-System, Aufbereitung der Metadaten: Parameter, Kurven, Grenzwerte, Fehlerfälle |
| Kundenspezifische Konfiguration | Flotten, Schiffe, Motoren und Zylinder erfassen; Administratoren, 80 DocSoft-Nutzer und Manager-Rollen anlegen; Stammdaten, Grenzwerte und Shop-Test-Kurven hinterlegen |
| Single Sign-on | Integration der Microsoft-Entra-ID-Authentifizierung ins EDCenter, Abbildung der Azure-Anmeldung auf den lokalen EDCenter-Benutzer |
| Test und Produktivsetzung | Container in der Public Cloud des Kunden bereitstellen, produktive Verschlüsselungszertifikate einrichten, angepasste Host-URL auf den Datenerfassungsgeräten verteilen, Datenübertragung prüfen |
| Dokumentation | Übergabe der Betriebs- und Konfigurationsdokumentation |
Vom Single-Server-Betrieb zur cloud-fähigen Architektur
Die Migration verschiebt weniger den Funktionsumfang als den Ort und die Verantwortung:
| Vorher | Nachher | |
|---|---|---|
| Betrieb | ein Server, alle Kunden gemeinsam | Container je Installation |
| Ort | Infrastruktur von ATESO | Corporate Cloud des Kunden (Microsoft Azure) |
| Anmeldung | eigene Benutzerverwaltung im EDCenter | Single Sign-on über Microsoft Entra ID |
| Adressierung | geteilte Zertifikate und Host-URL | eigene Zertifikate, eigene Host-URL auf den Datenerfassungsgeräten |
Ergebnis
Seit Mitte November 2024 läuft das EDCenter im Azure-Tenant des Konzerns. Über 100 Schiffe liefern ihre Betriebsdaten an die eigene Instanz, rund 30 Fachnutzer arbeiten damit und melden sich über ihr bestehendes Azure-Konto an.
Betrieb und Weiterentwicklung
Mit dem Rollout war das Projekt nicht abgeschlossen. ATESO betreut die Installation weiter und arbeitet eng mit den Fachleuten des Konzerns zusammen: Anforderungen aus dem täglichen Betrieb gehen direkt in die Weiterentwicklung des EDCenter ein, statt in einem Backlog liegen zu bleiben.
Entscheidend ist, wohin sie gehen — nicht in einen Fork für einen einzelnen Kunden, sondern in die gemeinsame Produktbasis. Was ein Betreiber anstösst, steht mit dem nächsten Release allen Installationen zur Verfügung. So fliessen die Anforderungen aus verschiedenen Flotten in dieselbe Codebasis, statt sich in Einzellösungen zu verlieren, die niemand mehr gemeinsam pflegen kann.
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